Aktuelles

Naive Stadtansichten von Wilsdruff – Zeichnungen von Walther Schmidt

2020-05-17_HM_Markt_Walther Schmidt.JPG Zum Bestand des Heimatmuseums der Stadt Wilsdruff zählen mehr als 200 postkartengroße Zeichnungen des Kaufmanns Walther Schmidt. In den 1927/28er Jahren sendete er diese originalen, handkolorierten Zeichnungen als Ansichtskarte an den Verein für Heimatkunde in Wilsdruff. Die Motive zeigen neben historischen Zuständen und Ereignissen in der Stadt Wilsdruff auch die Attraktivität der Umgebung. Kurze Kartentexte ergänzen die Darstellung.

Die naiv gezeichneten Szenen verstehen sich nicht als bloßes Abbild von Geschehnissen aus der städtischen Geschichte. Dazu liegen die dargestellten Begebenheiten oft länger zurück, als sie Schmidt selbst erleben konnte. Möglicherweise dienten ihm alte Berichte und Geschichten als Ideengeber. Für die Gestaltung der Zeichnungen nutzte er das Prinzip von sogenannten Wimmelbildern. In den Darstellungen gibt es eine Menge Geschichten zu entdecken. Sie erschließen sich meist erst bei genauerem Betrachten und so stellen sich sicher beim Ansehen unterschiedliche Assoziationen ein. Zu Walther Schmidt selbst ist wenig bekannt. Um 1900 war er nachweislich in Wilsdruff ansässig, ab 1915 Jahren lebte er in Dresden.

Derzeit präsentiert das Heimatmuseum erneut einige seiner Zeichnungen in der Dauerausstellung. Anhand der ausgewählten Postkartenmotive zum Thema Verkehr und Transport wird deutlich, in welcher Art und Weise sich die verschiedenen Verkehrsmittel auf den Puls der Stadt Wilsdruff ausgewirkt haben und die Lebendigkeit im Ort von der jeweiligen Verkehrsanbindung profitiert hat.

Außerdem entdeckten die Museummitarbeiterinnen, dass 20 weitere Ansichtskarten durch Zusammensetzen, gleich einem Puzzle, ein Abbild der Stadt Wilsdruff vor dem Brande 1744 vermitteln. Umgeben von der Stadtmauer sind Fachwerkhäuser mit engen Höfen und kleinen Gärten zu sehen, aber auch die alte Nikolaikirche und das Rathaus sowie das zum Rittergut gehörige Schloss. Zutritt zur Stadt wurde in dieser Zeit über die noch vorhandenen Stadttore gewährt. Vor den Toren der Stadt befanden sich brandgefährdete Gewerke wie Mühlenhandwerk oder der Töpferei. Bauerngehöfte mit Viehwirtschaft und Feldern lagen ebenso außerhalb der Stadtmauern wie das Gebiet für die Jagd – die Struth.

Seit dem letzten großen Brand im Jahr 1744 wuchs die Stadt allmählich. Neuen Wohngebäude, Schul- und Fabrikbauten oder auch Steinbrüche prägten die Stadterweiterungen der folgenden Jahrhunderte. Das Gelände außerhalb der Stadtbefestigung und auch Teile der Stadtmauer wurden überbaut. Der Verlauf der einstigen Stadtmauer lässt sich heute noch an einigen Stellen erkennen.

Entdecken Sie bei einem Museumsbesuch Wissenswertes zur Geschichte von Wilsdruff.

Sehen Sie danach die Stadt mit anderen Augen.