Kalkofen Blankenstein

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Bewahrung, Entwicklung und touristische Erschließung des historischen Kalkofenareals in Blankenstein

Die gesamte montane Anlage gehörte zum „Faustschen“ Kalkbergwerk. Von den  im Jahr 1798 ursprünglich errichteten vier Kalköfen ist noch einer erhalten.

Mit Kalkstein beschickt wurden die Öfen von dem nahe gelegenen Tagebau und einer untertägigen Schachtanlage. Der Ofen entspricht dem Typ „Schneller“. Auf Grund seines Entstehungsjahres kann man annehmen, dass er mit zu den ersten Brennstätten dieser Art in unserer Region gehörte. Der Zustand des Kalkofens selbst ist sehr bedenklich. Wilder Pflanzenwuchs dringt immer tiefer mit seinen Wurzeln in die Mauerfugen, Wasser und Frost tragen ihren Teil zur weiteren Zerstörung bei. Großen Schaden richtete die Jahrhundertflut 2002 an. Die innere Ausmauerung ist in sich zusammengestürzt. Aus den Außenmauern sind zum Teil Steine herausgebrochen. Der Zugang zum Förderschacht ist bergmännisch mit einem sog. Orlosverschluss gesichert.

Ziel ist zum einen der Erhalt, die Entwicklung und die Gestaltung eines für Wilsdruff einmaligen technischen Denkmals, des Kalkofens, als Sachzeugen des Kalkabbaus. Zum anderen soll nachhaltig ein Stück Regionalgeschichte erschlossen werden, um örtliche Bildungseinrichtungen bei der lebendigen Geschichtsdarstellung zu unterstützen.

Drittens geht es um die Unterstützung der weiteren Ausgestaltung eines sanften, für das Triebischtal verträglichen Tourismus und regionaler Strukturen. Im Rahmen der Erweiterung des Radwegnetzes ist durch die Stadt Wilsdruff eine Trasse durch das Tal der Triebisch geplant, in die sich das Ensemble des technischen Denkmals inhaltlich sehr gut einfügt. Eine Einbindung in den bestehenden Rundweg Blankensteiner Kalkbergbau (Länge ca. 1,5 km, 6 Infotafeln) kann verbessert und unterstützt werden.

Um dem Ziel der Sanierung des Kalkofens bei gleichzeitiger Inwertsetzung und nachhaltiger Nutzung gerecht zu werden, ist ein dreistufiges Vorgehen angedacht. Im ersten Schritt erfolgen die Beräumung des angefallenen Schuttes und der losen Steine sowie die Entfernung des Bewuchses.

Im zweiten Schritt sollen Ausbesserungsarbeiten und die teilweise Wiederherstellung des Außenmauerwerkes und im Inneren die Ausmauerung des Schachtes erfolgen. Die Oberfläche soll mit regionaltypischen Natursteinplatten abgedeckt werden. Der  Innenbereich soll zudem eine Entwässerung erhalten, damit das einfallende Regenwasser zukünftig ordentlich abfließen kann.

Im dritten Schritt erfolgt die Gestaltung des Areals um den Kalkofen mit dem Ziel, das Objekt für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen und einen Standort für die Naherholung und Wissenvermittlung zu schaffen.

Die dauerhafte und nachhaltige Nutzung des Kalkofens sowie der neu entstehenden Außenanlagen soll durch die Stadt Wilsdruff in Verbindung mit dem Verein "Heimatfreunde Blankenstein" erfolgen. Sowohl der Kalkofen als auch die Außenanlagen sollen im Sinne eines Freilichtmuseums frei für die Besucher ständig zugänglich sein.

Mit der Maßnahme Neugestaltung als historisches Ensemble ländlichen Kalkbergbaus kann neben weiteren Maßnahmen, z. B. des Flurbereinigungsverfahrens, vor allem die Steigerung der Attraktivität des Ortskerns bei Stärkung der regionalen Identität und Beibehaltung eines regionalen Zeitzeugens der Industriegeschichte als vorrangige Zielsetzung erreicht werden. Vorangegangene Aktionen des Vereins "Heimatfreunde Blankenstein", wie z. B. zur Befreiung des Kalkofens von Wildwuchs und die Anlegung eines Rundwanderweges, zeigen auf, dass eine Verbundenheit der Dorfbevölkerung Blankenstein zum Faustschen Kalkbergwerk und damit zur Geschichte des Dorfes besteht, die den nachfolgenden Generationen erhalten bleiben soll. Vor dem Hintergrund eines oftmals beklagten fehlenden Bürgersinns und mangelnden Engagements für die Gesellschaft setzten die Einwohner ein positives Zeichen dagegen, was einer weitergehenden Unterstützung bedarf.

Die geplanten Kosten belaufen sich auf 153.034,02 €. Der Zuwendungsbescheid sieht eine 80-%ige Förderung in Höhe von 122.427,22 € vor.